Porträt

IBH Dipl.-Ing. Dieter Harms

Industrial & Manufacturing Engineering

Von der Pike auf gelernt,

wie es im Sprachgebrauch so schön heißt!

 

Aufgewachsen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern in Norddeutschland, faszinierten mich schon früh die mechanischen Abläufe und Funktionen von landwirtschaftlichen Maschinen. Seit meiner Teilnahme am motorisierten Verkehr, zunächst per Kleinkraftrad, später mit einem VW-Käfer, entbrannte meine Neugier für das Innenleben von Motoren und Getrieben. Es wurde alles auseinandergeschraubt, Funktionen und Konstruktionen wurden studiert, die einzelnen Teile geputzt und zum Schluss wurde alles wieder erfolgreich zusammengefügt. Diese grundlegenden Interessen waren letztendlich der Auslöser für die Wahl meiner Berufslaufbahn im Maschinenbau. Nach einem längeren KH-Aufenthalt wegen einer Viruserkrankung (Hepatitis B) wurde mir aus medizinischen Gründen eine dreijährige Schonfrist verordnet. Dieses Ereignis bewahrte mich vor der Einberufung zum Wehrdienst. Vor Beginn des Maschinenbaustudiums absolvierte ich zur Erlangung praktischer Erfahrungen eine Maschinenbaulehre bei der Firma Krupp Kranbau in Wilhelmshaven, meiner Heimatstadt. In diesem Werk baute die Firma Krupp damals Krane für alle Einsatzgebiete und in allen Größenordnungen für Kunden aus der ganzen Welt.

 

Vor Studienbeginn folgten noch drei Praktika von jeweils dreimonatiger Dauer in der Eisengießerei Sande, in der Silumingießerei der Firma Kuhlmann in Wilhelmshaven (Zeichenmaschinen) und wiederum bei Firma Krupp Kranbau in der mechanischen Abteilung. Bei Krupp übernahm ich je zur Hälfte der drei Monate Aufgaben an einer Langhobelmaschine und an einer Großdrehbank zur Herstellung von Hubwerks– und Antriebswellen.

In den Sommermonaten arbeitete ich in den Semesterferien jeweils sechs Wochen lang als Werkstudent an Umbauten und neuen Installationen von Flurförderern und P&F-Anlagen der Firma Fredenhagen aus Offenbach direkt in den Werkshallen mehrerer Auto-mobilfirmen wie VW in Wolfsburg, Adam Opel in Rüsselsheim, Adam Opel in Bochum und Daimler in Sindelfingen. Des Weiteren übernahm ich als kommissarischer Richtmeister einer Montagefirma für Peiner-Stahlbau aus Salzgitter anhand von Stahlbauplänen die Montageüberwachung einer Frachthalle am Flughafen Langenhagen bei Hannover.

 

Nach dem Studium arbeitete ich zunächst in der Entwicklungsabteilung bei Firma Krupp Kranbau in Wilhelmshaven. Hier zählte zu meiner Aufgabe das Berechnen und Konstruieren eines neuen Hubwerksgetriebes zum Antrieb der Seiltrommel für einen diesel-hydraulischen Eisenbahnkran mit einer Hublast von 150t. 

Meine Karriereaussichten im Maschinenbau waren in der industriell unterprivilegierten Region Wilhelmshaven/Friesland äußerst gering. Außer Krupp Kranbau gab es nur noch die Olympia-Werke in Roffhausen bei Wilhelmshaven als Hersteller von Schreibmaschinen. Die Olympia-Werke wurden Ende 1992 geschlossen und Krupp Kranbau 1995 an Firma Grove verkauft.

Diese Entwicklung war absehbar, so wechselte ich ins Rhein-Main-Gebiet und arbeitete zwei Jahre lang in einer Ingenieurabteilung der Farbwerke Höchst AG, Betriebsstätte Kelsterbach. Diese Betriebsstätte war in den siebziger Jahren genau neben der Ticona angesiedelt, also auf einem Teilstück des Geländes, auf dem die Fraport AG die vierte Landebahn des Verkehrsflughafens Frankfurt am Main gebaut hat. In dieser direkt dem Betrieb angeschlossenen technischen Abteilung wurden mehrere Produktionsanlagen (Äthylenoyxyd- und Polypropylen-Anlage, Anlagen zur Wasseraufbereitung und Sauerstofferzeugung) konstruktiv mit nachfolgender Bauaufsicht betreut. U. a. wurden auch zwei Kühltürme mit Verrohrungen von Ø 800 mm inkl. der KSB-Pumpen für eine 120 t Dampfkesselanlage geplant. Äthylen wurde über Rohleitungen von der damals benachbarten Caltex bezogen. Die Caltex-Raffinerieanlage wurde 1985 sukzessive demontiert. Meines Wissens hat die Fraport AG 2004 das Gelände gekauft. Während dieser lehrreichen Tätigkeit im Umfeld der chemischen Industrie konnte ich weitere theoretische und praktische Erfahrungen sowohl im Stahlbau als auch im Rohrleitungsbau sammeln und meine Kenntnisse aus den Fächern „Strömungs- und Wärmelehre“ in der Praxis einsetzen.

 

Nach diesen zwei Jahren im Anlagenbau bei den Farbwerken Höchst AG begann ich meine freiberufliche Tätigkeit in den Gebieten Sondermaschinenbau und Stahlbau. Der Bereich Fördertechnik ergab sich von selbst durch Aufträge von der Firma Carl Schenck AG in Darmstadt aus der ehemaligen Abteilung S - Siebtechnik - für Sinteranlagen in Brasilien, Sao Paulo und Algerien, Annaba. Bald kamen auch Aufträge aus den Bereichen Schüttgut- und Stückguttransport sowie aus der Abteilung T - Transportwesen - aus den Bereichen Fördertechnik für die Automobilindustrie, dem Cargobereich und der Spanplattenfertigung hinzu. Mit der Firma Schenck bestand eine jahrelange, umfangreiche Geschäftsbeziehung, bis die Abteilungen in GmbHs umgewandelt oder ganz aufgelöst wurden. Neben Firma Schenck ergaben sich zur gleichen Zeit weitere Geschäftsbeziehungen z. B. zur Firma Fredenhagen in Offenbach und zur ehemaligen Firma Mannesmann-Demag in Offenbach. (heute Dematic in Heusenstamm).

 

In den siebziger Jahren gab es im Ingenieurwesen bemerkenswert viele Aufträge, sodass mein Ingenieurbüro in kurzer Zeit über zwanzig Mitarbeiter beschäftigte, aufgeteilt in zwei Projektteams – Maschinenbau und Stahlbau. Man wurde förmlich von allen Seiten mit Aufträgen überschüttet. Diese wirtschaftliche Hochphase hielt einige Jahre lang an. Mitte der achtziger Jahre begann dann spürbar der Umbruch. Die Abkühlung schlug sich natürlich auf die Auftragseingänge nieder. In den Folgejahren konnte aber durch die jahrelangen, guten Geschäftsbeziehungen zu einem etablierten Kundenkreis bis zu Beginn der Finanzkrise, ausgelöst durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008, ein kleineres, schlagkräftiges Team in einer GmbH gehalten werden. Durch die nachfolgend tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg mussten im Frühjahr 2009 alle Mitarbeiter wegen Auftragsmangel entlassen werden. Danach habe ich die GmbH aufgelöst. Seitdem arbeite ich weiterhin freiberuflich, jedoch ohne Personal. 

 

Nur mal am Rande...

1982 begann der allmähliche Einstieg in die Computertechnik. Angefangen hat alles mit den Commodore-Computern - im privaten Bereich mit dem C64 und geschäftlich mit dem CBM-8032, ein 8-Bit-Microcomputer, 32 kB Arbeitsspeicher (RAM) und Basic-Interpreter. Was lag also näher, als schnellstmöglich autodidaktisch die Programmiersprache Basic V4.0 zu erlernen. Mich interessierte natürlich, selbst Programme für spezielle Anwendungen auf dem CBM-8032 schreiben zu können, beispielsweise ein Optimierungsprogramm für Segelflugzeuge für den RC-Modellbau zur Berechnung der Streckung zu einem bestimmten Tragflächen-profil je nach Vorhaben auf geringstes Sinken oder bestes Gleiten. 

Nachdem ich mit dem Umgang dieser Computergeneration und der zugehörigen Programmiersprache vertraut war, gab ich eine Zeit lang Seminare in Form von Feierabendkursen in Gruppen von jeweils acht bis zehn Personen im Umgang mit Homecomputern sowie in der Programmiersprache Basic. Zur damaligen Zeit wollten sich nämlich Väter nicht nur von ihren Söhnen zeigen lassen, wie man auf einem C64 ein Aquarium mit bunten Fischen programmiert.

1994 war es endlich soweit, geschäftlich die ersten PC-Anlagen mit Intel 486-Prozessoren anzuschaffen, damals schon eine ziemlich teure Angelegenheit bei schwacher Leistung im Vergleich zu heutigen Systemen. Das Betriebssystem war MS-DOS 5.0 mit Windows 3.1 - eine Voraussetzung für AutoCad 12, dazu ein Digitalisiertablett mit Lupe und Stift. Bedienung per Maus ging erst ab AutoCad 14. Das war der Anfang vom Ende der Zeichenanlagen und der Beginn computergestützten Konstruierens.

Die technische Betreuung meiner PCs und das Einrichten von Netzwerken werden nach wie vor von mir in eigener Regie durchgeführt. Aufgrund der Erfahrungen meines "Do it yourself"-Wirkens kann ich dem einen oder anderen im Bekannten- und Freundeskreis bei Hard- und Software-Problemen in vielen Fällen Beratung anbieten und technischen Beistand leisten.

 

So ziehen sich Systemwissen und Erfahrungen aus der Praxis wie ein roter Faden durch mein Berufsleben. Das ist sicher auch der Grund, warum ich oftmals zu pragmatischen Lösungen tendiere, ohne dabei theoretisches Wissen außer Acht zu lassen.

 

„Mein Beruf ist mein Hobby“.

 

Und was man gern macht,  macht man gut.

 

 

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Released: 20. Okt. 2009

Updated:   24. März  2020

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Linus Carl Pauling, 1901 - 1994

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